Von Herz zu Herz: Die Verbindung zum Meister

„So ist der weise Mensch immer befähigt,
Menschen zu fördern,

deshalb ist bei ihm kein Mensch verloren;
er fördert immer alle Dinge,

deshalb ist bei ihm keines der Dinge verloren.
Das nennt man, das Licht empfangen haben und weitergeben.
Daher ist der befähigte Mensch
der Meister des nicht befähigten 
Menschen;
der nicht befähigte Mensch
ist das Rohmaterial des befähigten 
Menschen.

Wer seinen Meister nicht wertschätzt,

wer sein Rohmaterial nicht hegt,

wäre trotz aller Weisheit auf einem Irrweg,
das ist das essentielle Geheimnis.“

Lao Tse

Was macht ein begabter junger Mensch, der zum Beispiel ein sehr guter Klavierspieler werden will? Er sucht sich einen der allerbesten und passenden Lehrer und lässt sich von ihm intensiv ausbilden. Der Meister vermittelt seinem Schüler – soweit es dessen Talent und Möglichkeiten zulassen – nach und nach alle Fähigkeiten. Bis der Schüler vielleicht nach langer Ausbildung und vielem Üben irgendwann selbst ein Meister am Klavier ist.

Ähnlich ist die Verbindung von Meister und Schüler in der spirituellen Ausbildung. Wie der Klavierlehrer vermittelt auch der spirituelle Meister seinem Schüler theoretisches Wissen und Übungen. Er lehrt ihn die Philosophie und Weisheit einer Methode. In der Ausbildung der Dean Methode ist das unter anderem das Wissen über das Tao, über Yin und Yang, die fünf Elemente, die Meridiane sowie Puls-, Augen und Zungendiagnose. Und er zeigt ihm die Übungspraxis: 66 Übungen zur Gesunderhaltung und Entwicklung sind es in der Dean Methode. Sie alle wirken gleichermaßen auf der geistigen, seelischen und körperlichen Ebene.

Das Wichtigste allerdings, das der spirituelle Meister seinem Schüler vermittelt, geht weit über das hinaus, was auf der sichtbaren Ebene erkennbar ist. Es lässt sich nur indirekt in Worte oder Bilder fassen. Lao Tse spricht hier zum Beispiel vom „Licht“, das der Meister selbst empfangen hat und nun an seine Schüler weitergibt. Das eigentliche „Fördern“ – um bei den Worten von Lao Tse zu bleiben – findet auf der geistigen und energetischen Ebene statt. Denn es geht darum, die Verbindung zum Geist und zum Tao zu stärken, indem die eigene Lebensenergie aufgebaut und zum Fließen gebracht wird.

Über Grenzen hinauswachsen

Wer diesen Weg geht, wird natürlicherweise immer wieder an seine eigenen Grenzen stoßen. Um über diese Grenzen hinauswachsen zu können, brauchen wir einen Meister, der uns dabei hilft. Unsere Grenzen können sich zum Beispiel darin zeigen, dass die Verbindung zu unserem Lebensgeist geschwächt ist und wir sie nicht selbst wieder stärken können. Oder dass wir Körper, Geist und Seele nicht selbst mit den Übungen in einem guten Zustand erhalten können, weil unsere Energie noch nicht ausreicht oder noch nicht frei genug fließt. Unter anderem in solchen Situationen brauchen wir die Hilfe eines befähigten Lehrers. Durch seine Unterstützung wird es möglich, dass wir eine stärkere Verbindung zu unserem Lebensgeist und zum Zhen Qi bekommen. Das Zhen Qi gilt in der chinesischen Medizin als die wahre Lebensenergie.

Seine Hilfe brauchen wir auch, um seine Methode lernen und anwenden zu können. Jedes Mal, wenn er uns eine neue Übung zeigt, erfolgt zugleich eine Verbindung mit der geistigen Energie, die diese Übung wirksam macht. Wenn wir später die Übung alleine machen, ist diese Energie wieder da – wie bei einem Programm, das auf einem Computer installiert ist.

Die Verbindung zwischen Dean Li und seinen Schülern geht direkt vom Geist des Meisters zum Geist des Schülers. Da gemäß der ursprünglichen chinesischen Medizin der Geist seinen Sitz im Herzen des Menschen hat, kann man auch sagen: Die Verbindung geht direkt von Herz zu Herz. Auf diese Art begleitet der Meister die Entwicklung seiner Schüler mit Weisheit, Klarheit, Liebe und unendlicher Geduld.

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